
Alle Amazon-Neuigkeiten im Oktober 2026
Der Oktober ist für Seller ein recht lebhafter Monat: Fristen rücken näher, Strategien werden angepasst und die Feiertagssaison steht vor der Tür.
Genau deshalb wollten wir alle aktuellen Neuigkeiten von Amazon zusammenfassen: was in den letzten Wochen passiert ist und was manche Verkäufer vielleicht übersehen haben.
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MCP, der universelle Anschluss der künstlichen Intelligenz
MCP (Model Context Protocol) ist ein offenes Protokoll, das KI-Assistenten mit externen Tools und Programmen verbindet. Die AWS-Dokumentation vergleicht es mit einem universellen Anschluss, und tatsächlich ist das Prinzip ziemlich verlockend: Der Assistent erkennt, welche Tools ihm zur Verfügung stehen, ruft sie mit bestimmten Parametern auf und erhält die Ergebnisse. Maßgeschneiderte Integrationen für jedes einzelne Programm sind also nicht mehr nötig.

Nicht zuletzt dank dieser Vielseitigkeit verbreitet sich das Protokoll sehr schnell. Laut Forkast haben es zum Beispiel innerhalb von sechs Wochen vier große Smart-Home-Plattformen unabhängig voneinander übernommen, darunter auch Alexa+ von Amazon.
Für unsere Leser, die online verkaufen, sollte diese Neuerung keineswegs in den Hintergrund rücken. KI-Assistenten beantworten nämlich nicht mehr nur Fragen, sondern führen Aktionen aus: Bestände prüfen, einen Report lesen, einen Preis ändern.
Wenn mehrere Tools dieselbe Sprache sprechen, ist folglich weniger Aufwand nötig, um sie miteinander zu verbinden. Langfristig bedeutet das weniger Copy-and-paste zwischen Seller Central, Tabellen und Warenwirtschaftssoftware, ohne dass man etwas installieren muss.
Natürlich ist dieser Weg noch lange nicht zu Ende. Trotzdem lohnt es sich schon jetzt, vorab zu entscheiden, welche Daten du mit einem Assistenten teilen möchtest.
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Seller Assistant kommt in Claude
Auf der Amazon Accelerate 2026 hat Amazon das Plug-in Amazon Selling Partner vorgestellt, das die Daten aus Seller Central mit Claude und Amazon Quick verbindet. Von dort aus kannst du Bestände prüfen, Preise ändern und Angebote bearbeiten, ohne Seller Central zu öffnen. Vorerst muss jede Aktion einzeln bestätigt werden, bevor sie ausgeführt wird.

Die spannendste Neuerung ist jedoch das dauerhafte Gedächtnis. Der Assistent merkt sich deine Preisstrategie, den Rhythmus deines Lagerbestands und deine Wachstumsziele. Du musst also nicht in jeder Sitzung alles neu erklären und sparst damit einiges an Zeit. Derzeit bietet Amazon einige fertige Vorlagen für Kontozustand, Bestellübersicht und Preisentwicklung an.
Bei der Verfügbarkeit gibt es allerdings eine wichtige Einschränkung. Das Plug-in ist in Quick bereits aktiv, in Claude dagegen nur als Beta und nur für Amazon-Stores in den USA. Eine internationale Ausweitung ist für später geplant, konkrete Termine gibt es bisher aber nicht.
Lies auch unseren Artikel So verkaufst du auf Amazon USA: Der komplette Leitfaden für europäische Seller
Exportprogramm von Versand durch Amazon: über 175 neue Zielländer
Amazon hat das Exportprogramm von Versand durch Amazon auf mehr als 175 neue Länder ausgeweitet. Theoretisch können damit Millionen zusätzlicher internationaler Käufer deine Produkte finden.

Die Umstellung – sie wird innerhalb von 30 Tagen auf die betroffenen Konten angewendet (wenn du das Programm bereits nutzt, werden die neuen Zielländer innerhalb von 8 Tagen automatisch aktiviert) – unterliegt einigen Ausnahmen.
Insbesondere gilt: Wenn du in der Vergangenheit bestimmte Zielländer oder Produkte deaktiviert hast, bleiben diese Einstellungen bestehen. Deaktivierte Länder erscheinen in der Liste der Länder mit Einschränkungen, die du jederzeit ändern kannst. Nutzt du das Programm nicht, ändert sich in deinem Konto nichts.
Gerade weil die Aktivierung automatisch erfolgt, solltest du bei Gelegenheit einen Blick in deine Exporteinstellungen werfen. Prüfe vor allem, ob für deine Produkte in einzelnen Ländern rechtliche Beschränkungen oder Zertifizierungspflichten gelten, und kontrolliere auch, ob Gewicht, Abmessungen und Angebotsdaten korrekt sind.
Ein Produkt mit falschen Daten, das weit weg verschickt wird, kann deutlich teurere Probleme verursachen als eines, das im Inland versendet wird!
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Mehr erfahrenDie Fristen des Quartals, die du dir im Kalender notieren solltest
Bis Ende Januar gibt es einige Termine, die du dir im Kalender eintragen solltest.
Der erste ist der 14. Oktober, der letzte Tag vor der Spitzengebühr für die Feiertagssaison. Vom 15. Oktober bis zum 14. Januar 2027 fallen auf einigen Marktplätzen wie Großbritannien und Deutschland nämlich zusätzliche Kosten an. Prüfe die genauen Beträge in Seller Central und beziehe sie in deine Gewinnberechnung ein, damit deine Margenschätzungen stimmen.
Der wichtigste Termin ist jedoch der 21. Oktober für die Europäische Union und der 28. Oktober für Großbritannien. Das ist nämlich die FBA-Einlieferungsfrist für Black Friday und Cyber Monday und damit praktisch auch die Vorbereitungsfrist für Weihnachten. Am 18. November endet die Einreichung von Angeboten für die Black-Friday- und Cyber-Monday-Aktionen, und der 22. und 23. Dezember sind die letzten Tage, um mit Prime-Lieferung vor Weihnachten zu bestellen. Am 31. Januar endet schließlich das verlängerte Rückgabefenster.
Achte außerdem auf die Fristen für Erstattungsanträge, denn dafür gibt es keine Erinnerungen. Abweichungen bei Einlieferungen lassen sich in der Praxis etwa fünf Monate lang melden. Für Verluste und Schäden im Lager gelten 60 Tage. Bei Rücksendungen und Entfernungen sind es je nach Fall 60 bis 120 Tage.
Lies auch unseren Artikel Die künstliche Intelligenz von Amazon schaut nicht auf die Rankings (und für Verkäufer ist das sehr interessant!)
ECGT-Richtlinie: neue Regeln für Produktseiten
Seit dem 27. September 2026 gilt die Richtlinie (EU) 2024/825, auch bekannt als ECGT oder EmpCo. In Italien wurde sie mit dem Gesetzesdekret 30/2026 umgesetzt. Sie betrifft alle Geschäfte zwischen Unternehmen und Verbrauchern und damit auch alle, die auf Amazon verkaufen.
Im Mittelpunkt der Richtlinie stehen Umweltaussagen. Eine allgemeine Aussage gilt jetzt als irreführend, wenn du die versprochene hervorragende Umweltleistung nicht belegen kannst. Begriffe wie eco-friendly, grün oder nachhaltig sind daher riskant, wenn eindeutige Nachweise fehlen.

Kurz gesagt: Beschreibe besser konkret und überprüfbar, was das Produkt tatsächlich leistet. Das gilt übrigens auch für Nachhaltigkeitslogos, die auf echten Zertifizierungen beruhen müssen.
Speziell für den italienischen Markt hat das Ministerium für Unternehmen und Made in Italy FAQ veröffentlicht, die am 1. Oktober aktualisiert wurden. Sie stellen zum Beispiel klar, dass ein Begriff wie natura (Natur) oder verde (grün) in der Marke nicht automatisch verboten ist: Entscheidend ist, wie ihn der durchschnittliche Verbraucher versteht, und das wird von Fall zu Fall bewertet.
Für alle, die bereits Ware auf Lager haben, gibt es jedenfalls gute Nachrichten. Produkte, die vor dem 27. September hergestellt oder verpackt wurden, dürfen unverändert weiterverkauft werden, auch wenn du deine Kunden weiterhin korrekt informieren musst.
Unser Rat: Lies Titel, Bullet Points, Beschreibungen und Bilder noch einmal durch und sammle für jede Aussage in deiner Kommunikation die passenden Nachweise.
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Gefahrgut: neue Fragen ab dem 26. Oktober
Ab dem 26. Oktober 2026 führt Amazon neue Konformitätsfragen für vier Produktkategorien ein:
- Kühlschränke, Gefriergeräte und Klimaanlagen, mit Fragen zum Kältemittel;
- Stoßdämpfer und Höherlegungssätze für Fahrwerke, mit Fragen zum Dämpfungsmechanismus;
- Marker und Schreibgeräte, mit Fragen zu den Eigenschaften der Tinte;
- Produkte für Pools und Spas, mit Fragen zur chemischen Zusammensetzung und zur Verpackung.
Laut Amazon ist das Ziel, Gefahrgut besser zu erkennen. Dadurch sollen mehr Versandarten möglich werden und unnötige Kosten sowie Entsorgungsgebühren sinken.
Was müssen Seller also tun, um sich auf die Neuerungen vorzubereiten? Bei bestehenden Angeboten vor dem 26. Oktober nichts. Die Fragen erscheinen nämlich erst bei der nächsten Änderung. Genau hier liegt aber das Risiko im letzten Quartal des Jahres, denn schon eine kleine Anpassung, etwa an einem Titel oder einem Bullet Point, löst den Fragebogen aus.
Wenn du Produkte in diesen Kategorien hast, solltest du sie also nicht in letzter Minute ändern. Unvollständige oder mit den Unterlagen nicht übereinstimmende Antworten können die Veröffentlichung verzögern oder sogar zur Sperrung des Angebots bzw. zu Verzögerungen bei FBA-Sendungen führen.
Genau deshalb lohnt es sich immer:
- die Unterlagen rechtzeitig vorzubereiten
- die betroffenen ASINs aufzulisten
- Sicherheitsdatenblätter und Verpackungsdaten zu sammeln
- zu prüfen, ob die Unterlagen mit den Angebotsdaten übereinstimmen.
Wie wir gesehen haben, bringt der Oktober sehr unterschiedliche Neuerungen mit sich, aber mit einem roten Faden, auf den wir in praktisch jedem Newsletter zurückkommen: Nur wer sich frühzeitig vorbereitet, erlebt weniger Überraschungen.
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